Prostata
Funktion
Die Prostata (sog. Vorsteherdrüse) liegt unterhalb der Blase vor dem äusseren Schliessmuskel und umschliesst vollständig die Harnröhre. Die Prostata ist ein drüsiges Organ und produziert ein spezielles Sekret das Teil des Ejakulates ist. Anfänglich ist sie bei einem jungen Erwachsenen ca. 20g schwer und etwa wallnussgross, später kommt es zu Umbauvorgängen und Wachstum was sich in einer zunehmenden Einengung der Harnröhre (mit entsprechenden Miktionsproblemen) niederschlagen kann.
Übersicht:
- PSA (Prostata Spezifisches Antigen)
- Prostataentzündung (Fachbegriff: Prostatitis)
- Gutartige Prostatavergrösserung (Fachbegriff: Prostatahyperplasie)
- Prostatakrebs (Fachbegriff: Prostatakarzinom)
PSA (Prostata Spezifisches Antigen)
Dies ist ein im Blut zirkulierendes und mittels Blutentnahme bestimmbares Eiweiss, welches nahezu ausschliesslich in der Prostata produziert wird und einen Rückschluss auf die Aktivität des Organs erlaubt. Verschiedene Erkrankungen der Prostata können eine Erhöhung des PSA-Wertes im Blut hervorrufen (z.B. Infektionen, Prostatavergrösserung und Prostatakrebs). Aus diesem Wissen heraus wird eine PSA-Bestimmung in erster Linie im Rahmen der Früherkennung des Prostatakarzinoms benutzt. Die meisten Karzinome der Prostata lassen sich so, zusammen mit der Tastuntersuchung und Prostatabiopsie, bereits in einem frühen und heilbaren Stadium erfassen.
Prostataentzündung (Fachbegriff: Prostatitis)
Diese spezielle Entzündung der Prostata kann über dem Blut- und Lymphweg, häufiger jedoch über Keimverschleppung aus der Harnröhre (Harnwegsinfektion) entstehen. Im akuten Stadium sind meist sehr starke Beschwerden wie Dammschmerzen, Fieber, ständiger Harndrang und schmerzhaftes Wasserlösen im Vordergrund. Gelegentlich entsteht diese Krankheit auch als Folge einer Harnröhren- oder Prostataverletzung nach Katheterisierungen und hin und wieder auch nach Prostatabiopsien.
Die chronische Prostatitis geht oft mit einem unbestimmten Druckgefühl im Unterbauch, schmerzhaftem ständigen Harndrang, Empfindungsstörungen im Genitalbereich bis hin zu Störungen der Erektion einher. Während bei der akuten Erkrankung Antibiotika meist eine gute Wirksamkeit zeigen, liegt bei der chronischen Verlaufsform das Hauptgewicht, nach Ausschluss organischer Ursachen, auf einer antientzündlichen, schmerzlindernden Therapie unter Einbezug physiotherapeutischer Massnahmen.
Gutartige Prostatavergrösserung (Fachbegriff: Prostatahyperplasie)
Ausgangspunkt ist ein Wachstum (Hyperplasie) der sog. Übergangszone der Prostata und der unmittelbaren Drüsen um die Harnröhre. Dadurch wird der Urinabfluss aus der Blase zunehmend erschwert und es kommt zu häufigerem Harndrang, nächtlichem Wasserlösen und deutlicher Abschwächung des Harnstrahls. In der ersten Phase kann dies meist mit Medikamenten günstig beeinflusst werden. Setzt sich die Hyperplasie fort und lässt die Wirksamkeit der Medikamente mit der Zeit nach, rücken operative Behandlungen wie die transurethrale Prostataresektion (sogenannte kleine Prostata-OP durch die Harnröhre, TUR-Prostata) in den Vordergrund. Bei einer sehr grossen Prostata wird hin und wieder auch ein offenes Operationsverfahren notwendig.
Prostatakrebs (Fachbegriff: Prostatakarzinom)
Die bösartige Erkrankung der Prostata ist der häufigste Krebs des Mannes und tritt vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf. Risikofaktoren sind bekannte Prostatakrebserkrankungen in der Familie (v.a. Vater oder Bruder). Dank gezielter Vorsorgeuntersuchungen (PSA, Tastuntersuchung und Biopsien) wird heutzutage diese Krankheit meist schon im Frühstadium entdeckt und somit stehen alle gängigen Therapien mit dem Ziel der Heilung zur Auswahl. Dies sind sowohl operative Verfahren, wie die offene radikale Prostatektomie und minimal invasive laparoskopische und roboterassistierte Eingriffe (DaVinci), wie auch Therapieverfahren mit lokaler Bestrahlung des Tumorgebietes (perkutane Radiotherapie und Brachytherapie). Vor allem die Brachytherapie gewinnt hier zunehmend an Boden und stellt, ein entsprechendes Tumorstadium vorausgesetzt, eine etablierte Therapiemassnahme dar.
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