Niere und Harnleiter



Funktion



Die Niere ist ein paarig angelegtes Organ. Eine Aufgabe ist die Ausscheidung von überflüssigen Stoffen (Stoffwechselendprodukte und Giftstoffe) aus dem Körper über die Produktion von Urin. Weiter regulieren die Nieren den Säure-Basen-Haushalt des Körpers und den Gehalt an Körpersalzen (Natrium, Kalium, Calcium). Die Nieren sind aktiv an der Blutdruckregulierung beteiligt und über Hormone beeinflussen sie die Blutneubildung und Mineralisierung der Knochen.

Übersicht:


Nierenbeckenentzündung (Fachbegriff: Pyelonephritis)



Bei der Pyelonephritis handelt es sich um eine Entzündung des Nierenbeckens z.T. mit Beteiligung des Nierengewebes. Ursache ist meistens ein unbemerkter oder unbehandelter Harnblaseninfekt, wobei die Bakterien im Harntrakt bis in die Niere wandern und dort eine starke Infektion auslösen. Symptome sind häufig starke Flankenschmerzen mit Brennen beim Wasserlösen, sowie hohes Fieber mit z.T. Schüttelfrost.

Komplizierende, gefährliche Situationen ergeben sich aus Situationen bei gleichzeitig bestehenden Nierensteinen oder anderen Ursachen den Abfluss aus den Nieren verhindern, wobei diese Situationen oft eine rasche Behandlung benötigen. Auch mögliche Eiteransammlungen (sog. Abszesse) machen die Pyelonephritis zu einer potenziell schweren Erkrankung.

Pyelonephritiden werden mit Antibiotika behandelt. Bei immer wiederkehrenden Infekten sind weiterführende urologische Abklärungen des Harntraktes dringend notwendig.



Nierensteine / Harnleitersteine (Fachbegriff: Nephrolithiasis, Urolithiasis)



Unter bestimmten Umständen kann es im Harn zu einer Übersättigung von Substanzen kommen, die dann Ausfällen und z.T. verkalken können. Durch diese Steine kann es zu Verstopfungen der ableitenden Harnwege kommen, was mit sehr starken, kolikartigen Schmerzen in Flanke, Ober- oder Unterbauch einhergehen kann. Während kleinere Steine tendenziell spontan abgehen können, bedarf es bei grösseren Steinen (ab ca. 5mm Durchmesser) einer mehr oder minder ausgedehnten Therapie (Steinzertrümmerung, Harnleiterspiegelung).

Bei wiederholt auftretenden Steinen oder ausgedehntem Befall ist eine weiterführende Abklärung bez. Ursachenfindung angezeigt.



Verengung des Nierenbeckenausgangs (Fachbegriff: Nierenbeckenabgangstenose, pyeloureterale Abgangsstenose)



Bei der Nierenbeckenabgangsstenose handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung mit Einengung (Stenosierung) des Nierenbeckenabgangs. Dadurch kommt es zu einem Rückstau von Urin in der Niere und zu einer Ausweitung des Nierenbeckens.

In den meisten Fällen bleiben diese Veränderungen vom Patienten ein Leben lang unbemerkt. Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Chronische Rückenschmerzen, Druckgefühl in der Flankengegend, gelegentliche Koliken oder rezidivierende Nierenbeckenentzündungen finden sich häufig. Bei schweren Fällen kann es durch die ständige Abflusstörung bereits in der Kindheit zu einem Verlust der Nierenfunktion auf der entsprechenden Seite kommen. Die urologische Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Verengung und den Beschwerden des Patienten.



Stauung des Nierenbeckens/ Harnleiters (Fachbegriff: Hydronephrose/ Hydroureter)



Ursache für einen Harnstau im ableitenden System (Nierenbecken, Harnleiter) ist immer eine Obstruktion. Dabei kommen verschiedene gutartige, wie auch bösartige Ursachen in Frage. Unter den gutartigen Ursachen finden sich am meisten Harnleitersteine, Entzündungen, Schwangerschaft (Druck des Kindes auf den Harnleiter), die fortgeschrittene Prostatavergrösserung, sowie Veränderungen nach Operationen oder Bestrahlungen. Unter den bösartigen Veränderungen finden sich Tumore der Harnblasen- und Harnleiterschleimhaut, aber auch Tumore der Niere, Prostata und des Gastrointestinal- und weiblichen Genitaltraktes können ursächlich sein.

Die Symptome können komplett fehlen, als Kolik- oder Dauerschmerz mit oder ohne Fieber auftreten. Für die Behandlung braucht es eine ausführliche Diagnostik.



Nierentumore



Tumore der Niere lassen sich in gutartige und bösartige Veränderungen einteilen. Gutartig sind häufig Zysten (wassergefüllte Hohlräume), und Fettgeschwulste (Angiomyolipome). Bösartige Veränderungen finden sich v.a. als Nierenzellkarzinome, Nierenbeckenkarzinome und selten als Metastasen anderer Tumore. Weitere Tumore können auch vom Nierenbecken ausgehen und stammen dort vom auskleidenden Gewebe, dem sog. Urothel.

Die meisten Veränderungen werden mittels Ultraschalluntersuchung entdeckt. Die Differenzierung, ob gut- oder bösartig, ist manchmal nicht ganz einfach und gelegentlich nur mit speziellen Röntgenuntersuchungen festzustellen (z.B. Computertomographie). Nierentumore machen häufig keine Symptome, und wenn, dann erst ab einer bestimmten Grösse. Blut im Urin, von Auge oder auch nur im Mikroskop sichtbar, kann ein Hinweis auf eine bösartige Veränderung sein.



Nebennieren-Tumore



Nebennieren-Tumore können gut- oder bösartiger Natur sein. Symptome können auftreten müssen aber nicht. Dabei lässt sich aufgrund der Symptomatik wenig über die Art der Läsion aussagen. Gewisse Tumore produzieren vermehrt Substanzen, die starkes Herzrasen, Blutzuckerschwankungen und Angstzustände auslösen können (Phäochromozytom). Andere verändern den Hormonhaushalt derart, dass es zu einer Fettsucht mit Diabetes mellitus und Hautveränderungen kommen kann (Cushing Syndrom). Da die Nebenniere in ein komplexes System aus verschiednen Organen eingebunden ist, braucht es zur genauen Abklärung zahlreiche Untersuchungen. Die operative Behandlung der Tumore geschieht in der Regel durch den Urologen.

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